Smart Farrier 4.8.0 – Dein Arbeitstag auf einen Blick(Achtung sehr umfangreich!)

Sonntag, 27. September 2026
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Smart Farrier 4.8.0 – Dein Arbeitstag auf einen Blick

Mit Version 4.8.0 macht Smart Farrier einen der bisher größten Entwicklungsschritte.

Das Update betrifft nicht nur einzelne Funktionen. Die gesamte Anwendung wurde in vielen Bereichen neu geordnet und optisch vereinheitlicht. Ziel war dabei nicht, Smart Farrier einfach „schicker“ zu machen, sondern die tägliche Arbeit übersichtlicher, schneller erfassbar und strukturierter zu gestalten.

Das gilt sowohl für die Web-Version am PC als auch für die Smart-Farrier-App.

Im Mittelpunkt stehen drei große Bereiche:

  • ein neues, durchgängiges Design,

  • ein Dashboard als echte Tages- und Betriebszentrale,

  • und der weitere Ausbau von Smart Hoof Analysis mit automatischer Kalibrierung und einer lernfähigen Landmark-Erkennung.


Eine Oberfläche – ein einheitliches Smart-Farrier-Design

Smart Farrier ist über die Zeit stark gewachsen. Termine, Kunden, Pferde, Rechnungen, Touren, Materialverwaltung, Statistik, Nachrichten, Hufdokumentation und viele weitere Funktionen sind dazugekommen.

Mit Version 4.8.0 werden diese Bereiche nun auch optisch stärker zu einem zusammenhängenden System.

Die neue Designsprache setzt auf:

  • helle, ruhige Oberflächen,

  • eine klare dunkelblaue Navigation,

  • die Schriftart Inter,

  • weiße Inhaltskarten,

  • dezente Schatten und Rahmen,

  • klare Statusfarben,

  • größere Abstände zwischen zusammengehörigen Bereichen,

  • einheitliche Buttons, Eingabefelder und Tabellen,

  • sowie eine deutlich stärkere visuelle Hierarchie.

Statt möglichst viele Informationen gleichzeitig farbig hervorzuheben, gilt jetzt:

Wichtige Informationen sollen auffallen – alles andere soll sich bewusst zurücknehmen.

So bleibt Smart Farrier auch bei umfangreichen Datenbeständen übersichtlich.

Der vorhandene Dark Mode folgt ebenfalls dieser gemeinsamen Designsprache, sodass die Anwendung nicht nur einzelne dunkle Seiten besitzt, sondern als zusammenhängendes System funktioniert.


Das neue Dashboard – die Tageszentrale von Smart Farrier

Das Dashboard wurde grundlegend neu gedacht.

Früher stand stärker die allgemeine Übersicht über den Betrieb im Mittelpunkt. Mit Version 4.8.0 beantwortet das Dashboard zuerst eine wesentlich wichtigere Frage:

Was steht heute an?

Direkt nach dem Öffnen von Smart Farrier soll erkennbar sein:

  • wie viele Termine heute geplant sind,

  • wie viele Pferde eingeplant sind,

  • wie viel Arbeitszeit vorgesehen ist,

  • wie der Arbeitstag aufgebaut ist,

  • welcher Termin als Nächstes kommt,

  • und ob irgendwo Handlungsbedarf besteht.

Der Grundsatz lautet:

Heute zuerst. Aufmerksamkeit danach. Betrieb kompakt darunter.


Vier Kennzahlen für den heutigen Arbeitstag

Ganz oben zeigt Smart Farrier vier bewusst ausgewählte Tageswerte.

Termine heute

Keine Zahl der nächsten 30 Tage, sondern die tatsächlich für heute eingeplanten Termine.

Pferde heute

Smart Farrier zählt die für den aktuellen Arbeitstag vorgesehenen Pferde zusammen. Gerade bei Sammelterminen und größeren Ställen ist damit sofort erkennbar, wie umfangreich ein Tag tatsächlich wird.

Geplante Tagesdauer

Aus den vorhandenen Termindauern wird die geplante reine Arbeitszeit des Tages zusammengefasst.

Damit wird aus einer Liste einzelner Termine eine schnell erfassbare Tagesplanung.

Tagesbelastung

Der vierte Wert ist der Belastungsindex.

Und hinter diesem Wert steckt deutlich mehr als nur die Anzahl der Termine.


Der Belastungsindex – Planung statt Überplanung

Der Belastungsindex wurde bewusst nicht als Produktivitätswertung entwickelt.

Ein hoher Wert bedeutet nicht:

„Du hast heute besonders viel geleistet.“

Und ein niedriger Wert bedeutet auch nicht automatisch:

„Da passt noch ein Termin rein.“

Der Index soll genau das Gegenteil verhindern: eine schleichende Überplanung des Arbeitstages.

Deshalb betrachtet Smart Farrier mehrere Faktoren gemeinsam.

In der aktuellen Standardkonfiguration fließen unter anderem folgende Bereiche ein:

Anzahl der Pferde

Mehr Pferde bedeuten grundsätzlich eine höhere Tagesbelastung.

Dieser Bereich besitzt aktuell mit 25 Prozent die höchste Einzelgewichtung.

Art der Arbeit

Nicht jede Arbeit ist gleich.

Eine normale Barhufbearbeitung wird anders gewichtet als beispielsweise ein Beschlag oder ein aufwendiger Sonderfall.

Die Arbeitsart trägt in der Standardkonfiguration 20 Prozent zum Belastungswert bei.

Fahrzeit

Auch Fahrzeit gehört zum Arbeitstag.

Sie wird deshalb ebenfalls berücksichtigt und aktuell mit 15 Prozent gewichtet.

In der aktuellen ersten Ausbaustufe arbeitet der Belastungsindex hierbei noch mit einer konfigurierbaren Fahrzeitschätzung pro Termin. Die Architektur ist bereits darauf vorbereitet, diese Schätzung später durch präzisere reale Routing- bzw. Fahrzeitdaten zu ersetzen.

Arbeitsdauer

Die geplante reine Arbeitszeit der Termine fließt ebenfalls mit 15 Prozent ein.

Ein Tag mit mehreren langen Terminen soll dadurch anders bewertet werden als ein Tag mit mehreren kurzen Einsätzen.

Anspruchsgrad

Ein anspruchsvoller Termin kann erheblich belastender sein als ein normaler Standardtermin.

Deshalb kann auch der hinterlegte Anspruch bzw. Schwierigkeitsgrad berücksichtigt werden.

Kurzfristige Änderungen

Auch organisatorischer Stress gehört zur Belastung.

Kurzfristig angelegte Termine, Verschiebungen oder Absagen können deshalb ebenfalls in den Wert einfließen.

Offene Organisation

Smart Farrier berücksichtigt außerdem vorhandene organisatorische Belastung – beispielsweise:

  • offene Terminanfragen,

  • ungelesene Nachrichten.

Damit wird nicht nur die körperliche Terminmenge betrachtet, sondern auch der organisatorische Anteil des Arbeitstages.

Pausen

Pausen wirken bewusst in die andere Richtung.

Aus den zeitlichen Lücken zwischen aufeinanderfolgenden Terminen wird ermittelt, wie viel Pausenzeit im Tagesplan vorhanden ist.

Wenig oder keine Pause erhöht den Belastungsanteil.

Ausreichende Pausen reduzieren ihn.


Ein Wert von 0 bis 100 – aber vollständig regelbasiert

Der Belastungsindex ist keine KI und kein Machine-Learning-Modell.

Er ist bewusst nachvollziehbar und regelbasiert aufgebaut.

Jeder Faktor wird zunächst auf eine gemeinsame Belastungsskala gebracht und anschließend entsprechend seiner Gewichtung verrechnet.

In der aktuellen Standardkonfiguration gelten folgende Bereiche:

  • unter 40: normal

  • ab 40: erhöhte Belastung

  • ab 60: hohe Belastung

  • ab 75: sehr hohe Belastung

Die Grenzwerte und Gewichtungen sind technisch konfigurierbar.

Smart Farrier kann außerdem die wichtigsten Belastungstreiber eines Tages bestimmen, beispielsweise:

  • viele Pferde,

  • lange Arbeitszeit,

  • viel Fahrzeit,

  • anspruchsvolle Termine,

  • geringe Pausenzeit,

  • kurzfristige Änderungen,

  • oder offene organisatorische Vorgänge.

Dadurch bleibt der Wert nachvollziehbar.


Belastung bereits bei der Terminplanung erkennen

Besonders interessant ist die Belastungsvorschau.

Smart Farrier kann einen Arbeitstag einmal ohne und einmal mit einem geplanten neuen oder verschobenen Termin berechnen.

Damit lässt sich bereits bei der Terminplanung erkennen, wie sich ein zusätzlicher Termin auf den Tag auswirken würde.

Wichtig dabei:

Smart Farrier entscheidet nicht für den Benutzer.

Das System blockiert einen Termin nicht automatisch, sondern liefert eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage.


Die heutige Tagesroute direkt im Dashboard

Die Tagesroute bekommt im neuen Dashboard deutlich mehr Bedeutung.

Statt nur eine allgemeine Liste kommender Termine anzuzeigen, konzentriert sich der zentrale Bereich auf den aktuellen Arbeitstag.

Zu jedem Termin können unter anderem sichtbar sein:

  • Uhrzeit,

  • Kunde,

  • Pferd oder mehrere Pferde,

  • Terminart,

  • geplante Dauer,

  • Leistungen,

  • Status.

Abgeschlossene Termine werden entsprechend markiert.

Die vollständige Tagesroute bleibt weiterhin als eigener Bereich erhalten. Das Dashboard liefert lediglich die kompakte Arbeitsansicht für den schnellen Überblick.


„Als Nächstes“ – Fokus auf den nächsten Termin

Gerade unterwegs sind nicht zehn kommende Termine gleichzeitig wichtig.

Wichtig ist häufig nur:

Wo muss ich als Nächstes hin?

Deshalb gibt es einen eigenen „Als Nächstes“-Bereich.

Dort steht der nächste offene Termin mit den wichtigsten Informationen im Fokus:

  • Uhrzeit,

  • Kunde,

  • Pferd,

  • Ort,

  • Terminart,

  • Dauer.

Von dort aus kann direkt der Termin geöffnet oder die Adresse für die Navigation aufgerufen werden.

Damit wird das Dashboard besonders auf dem Smartphone wesentlich praktischer.


Aufmerksamkeit – nur anzeigen, wenn wirklich etwas zu tun ist

Viele Verwaltungsprogramme zeigen dauerhaft zahlreiche Warnboxen und Hinweise.

Smart Farrier geht hier bewusst einen anderen Weg.

Das neue Aufmerksamkeit-Panel zeigt nur Punkte, bei denen tatsächlich eine Aktion erforderlich ist.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • neue Terminanfragen,

  • ungelesene Nachrichten,

  • fällige oder überfällige Pferde,

  • Material unter Mindestbestand,

  • eine fällige Inventur,

  • ausstehende Vorgänge.

Hat ein Bereich keinen Handlungsbedarf, verschwindet die entsprechende Zeile.

Das Dashboard bleibt dadurch ruhig, ohne wichtige Informationen zu verstecken.


Optionale Finanz- und Rechnungsübersicht

Smart Farrier ist bewusst so aufgebaut, dass nicht jeder Betrieb alle Module nutzen muss.

Nicht jeder Bearbeiter arbeitet mit:

  • Rechnungen,

  • offenen Posten,

  • Umsatzstatistiken,

  • Zahlungsverwaltung.

Deshalb ist der finanzielle Bereich des Dashboards optional.

Wer die Rechnungs- und Finanzfunktionen von Smart Farrier nutzt, bekommt dort eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Werte.

Wer diese Funktionen nicht verwendet, wird nicht mit unnötigen Finanzinformationen belastet.

Je nach aktivierter Nutzung können beispielsweise sichtbar sein:

Umsatz des aktuellen Monats

Der bereits über die zentrale Smart-Farrier-Finanzlogik ermittelte Monatsumsatz.

Durchschnittlicher Terminwert

Damit lässt sich schnell erkennen, wie hoch der durchschnittliche Umsatz pro abgeschlossenem Termin im aktuellen Monat liegt.

Offene Forderungen

Offene Posten werden direkt zusammengefasst.

Davon überfällig

Wenn Forderungen bereits überfällig sind, wird der entsprechende Betrag zusätzlich hervorgehoben.

Wichtig dabei:

Dashboard, Statistik und offene Posten verwenden dieselben zentralen Berechnungsgrundlagen.

Damit entstehen nicht an drei Stellen drei unterschiedliche Zahlen.

Für Detailauswertungen bleiben weiterhin die Bereiche Statistik, Rechnungen und Offene Posten zuständig.

Wer diese Module nicht nutzt, bekommt stattdessen ein entsprechend reduziertes Dashboard.


Betriebsstatistik – ebenfalls nur dort, wo sie sinnvoll ist

Auch weitergehende Betriebskennzahlen sind nicht für jeden Nutzer gleich relevant.

Je nach aktivierten Funktionen kann Smart Farrier beispielsweise kompakt anzeigen:

  • abgeschlossene Termine im aktuellen Monat,

  • bearbeitete Pferde,

  • aktive Kunden,

  • Gesamtzahl der verwalteten Pferde,

  • weitere betriebliche Kennzahlen.

Die ausführliche Auswertung bleibt weiterhin im Statistikbereich.

So bekommt jeder Bearbeiter nur die Informationen angezeigt, die für den eigenen Betrieb tatsächlich sinnvoll sind.


Wochenübersicht und Belastungsverlauf

Neben dem heutigen Belastungswert gibt es auch eine Wochenansicht.

Jeder Tag erhält einen eigenen Belastungswert.

Smart Farrier erkennt dabei zusätzlich mehrere hoch belastete Tage hintereinander.

In der aktuellen Darstellung kann beispielsweise eine Warnung erscheinen, wenn mehrere Tage mit hoher oder sehr hoher Belastung direkt aufeinander folgen.

Damit wird nicht nur ein einzelner voller Arbeitstag sichtbar, sondern auch eine möglicherweise ungünstige Planung über mehrere Tage hinweg.


Fällige Pferde und Intervalle

Die bestehende Intervalllogik bleibt weiterhin Teil des Dashboards – allerdings deutlich kompakter.

Statt einer langen Tabelle werden vor allem die Pferde bzw. Kunden angezeigt, bei denen Handlungsbedarf besteht.

Zum Beispiel:

  • bereits überfällig,

  • bald fällig,

  • noch kein Folgetermin vorhanden.

Bereits geplante zukünftige Termine werden dabei berücksichtigt, damit Pferde nicht unnötig erneut als Handlungsbedarf erscheinen.

Die vollständige Übersicht bleibt weiterhin in den entsprechenden Fachbereichen verfügbar.


Material – nur wenn es relevant wird

Dasselbe Prinzip gilt für das Inventar.

Sind alle Bestände ausreichend, muss das Dashboard keine große Materialliste anzeigen.

Erst wenn Material den hinterlegten Mindestbestand unterschreitet, wird daraus ein relevanter Hinweis.

So bleiben wichtige Warnungen sichtbar, ohne täglich Platz einzunehmen.


Smart Hoof Analysis – von der Fotodokumentation zur reproduzierbaren Vermessung

Ein weiterer großer Bestandteil von Smart Farrier 4.8.0 ist der Ausbau von Smart Hoof Analysis.

Das Ziel ist nicht einfach, Linien auf ein Hufbild zu zeichnen.

Smart Hoof Analysis soll aus standardisierten Fotos eine nachvollziehbare, reproduzierbare Vermessung erstellen, die über längere Zeiträume verglichen werden kann.

Dabei werden mehrere Ansichten getrennt betrachtet:

  • Seitenansicht / Lateral

  • Sohlenansicht

  • Frontalansicht

  • zusätzlich ein eigener Röntgen-Messmodus

Der Röntgenmodus dient ausdrücklich der Vermessung und Dokumentation – nicht der automatischen medizinischen Diagnose.


Schritt 1: Foto aufnehmen

Für eine Analyse wird zunächst ein Foto aufgenommen oder hochgeladen.

Die Ansichten besitzen jeweils eigene Messpunkte.

In der Seitenansicht sind andere anatomische Orientierungspunkte relevant als beispielsweise in der Sohlenansicht.

Die Messpunkte werden deshalb nicht einfach als beliebige Pixelpositionen gespeichert.

Smart Farrier speichert Landmarken als normierte Koordinaten zwischen 0 und 1.

Das bedeutet:

Ein Punkt bleibt unabhängig von der ursprünglichen Bildauflösung an derselben relativen Stelle.

Dadurch können Bilder unterschiedlicher Smartphones und Auflösungen wesentlich sauberer verarbeitet werden.


Schritt 2: SF-HOOF-01 erkennt den Maßstab

Damit aus einem Foto echte Millimeterwerte entstehen können, benötigt Smart Hoof Analysis eine bekannte Referenz.

Dafür wurde die eigene Referenzkarte SF-HOOF-01 entwickelt.

Die Karte besitzt Bankkartenformat mit:

  • 85,60 × 53,98 mm Außenmaß

  • einem definierten 50 × 30 mm Kalibrierfeld

  • einem 5 × 3 ChArUco-Board

  • 10-mm-Feldern

  • 7-mm-ArUco-Markern

  • OpenCV-Dictionary DICT_4X4_50

  • Marker-IDs 0 bis 6

Diese Geometrie ist im System zentral festgelegt.


So funktioniert die automatische Referenzkarten-Erkennung

Die Erkennung läuft serverseitig über OpenCV / OpenCvSharp.

Das Bild wird zunächst auf die bekannten ArUco-Marker untersucht.

Werden die Marker erkannt, kennt Smart Farrier deren tatsächliche physische Größe.

Aus:

Markergröße im Bild in Pixeln

und:

realer Markergröße von 7 mm

kann das System das Verhältnis Pixel pro Millimeter bestimmen.

Damit werden Bildstrecken in reale Maße umgerechnet.

Für eine gültige automatische Kalibrierung verlangt die aktuelle Implementierung mindestens zwei erkannte Marker.

Je mehr Marker erkannt werden, desto höher kann die ermittelte Erkennungssicherheit ausfallen.


Perspektive wird berücksichtigt

Eine Karte liegt in einem realen Foto selten vollkommen gerade zur Kamera.

Deshalb kann Smart Hoof Analysis zusätzlich eine Homographie berechnen.

Dabei werden die im Bild erkannten Markerpositionen mit ihren bekannten Positionen auf der realen Karte verglichen.

Wenn diese geometrische Abbildung ausreichend genau ist, kann Smart Farrier eine perspektivkorrigierte Kalibrierung verwenden.

Die Implementierung prüft den Reprojektionsfehler und akzeptiert die Korrektur nur, wenn die geometrische Abweichung ausreichend klein ist.

Damit soll verhindert werden, dass eine offensichtlich schlechte Kartenerkennung trotzdem als präzise Vermessungsgrundlage verwendet wird.


Auch die reale Karte selbst wird berücksichtigt

Selbst ein 1:1-Ausdruck oder 3D-Druck kann minimal von seiner Sollgröße abweichen.

Druckertreiber, Materialschrumpfung oder Fertigungstoleranzen können beispielsweise dafür sorgen, dass nominelle 10 mm real nur 9,95 mm groß sind.

Smart Farrier besitzt deshalb einen konfigurierbaren PrintScale-Korrekturfaktor.

Die reale Karte kann einmal mit einem Messschieber kontrolliert werden. Die festgestellte Abweichung kann anschließend in die Kalibrierung einbezogen werden.

Damit wird nicht nur das Foto kalibriert, sondern auch die reale Fertigungstoleranz der Referenz berücksichtigt.


Schritt 3: Messpunkte erkennen

Nach der Kalibrierung kommt die automatische Landmark-Erkennung ins Spiel.

Dabei versucht Smart Hoof Analysis die definierten Messpunkte im Foto vorzuschlagen.

Die verschiedenen Ansichten besitzen jeweils eigene Landmark-Sätze.

Aktuell sind beispielsweise vorgesehen:

Seitenansicht

Unter anderem Punkte für:

  • Zehe/Boden

  • dorsalen Kronrand

  • Trachte

  • oberen Trachtenbereich

  • Fesselachse

  • dorsale Zehenwand

  • Breakover

Sohlenansicht

Unter anderem:

  • Zehenmitte

  • mediale und laterale Zehe

  • breiteste Hufpunkte

  • Trachtenpunkte

  • Strahlspitze

  • Strahlseiten

  • Strahlbasis

Frontalansicht

Unter anderem:

  • medialer und lateraler Kronrand

  • mediale und laterale Bodenkontaktpunkte

Auch für die laterale Röntgenansicht existiert ein eigener Landmark-Satz.


Die KI entscheidet nicht – sie schlägt vor

Ein sehr wichtiger Punkt:

Die automatische Erkennung ersetzt nicht die fachliche Kontrolle.

Die KI liefert Messpunkt-Vorschläge.

Diese können anschließend:

  • geprüft,

  • verschoben,

  • korrigiert,

  • bestätigt

werden.

Erst die bestätigten Punkte bilden die Grundlage für die endgültige Analyse.

Smart Farrier erzeugt daraus keine automatische Erkrankungsdiagnose und keine automatische Beschlagsempfehlung.

Die Vermessung bleibt ein Dokumentations- und Analysewerkzeug.


Wie Smart Hoof Analysis trainiert wird

Hier entsteht ein besonderer Vorteil des Systems.

Jede sauber durchgeführte Analyse kann später dazu beitragen, die automatische Erkennung zu verbessern.

Der Lernkreislauf sieht vereinfacht so aus:

Foto aufnehmen

→ automatische Messpunkte vorschlagen

→ Messpunkte fachlich prüfen

→ gegebenenfalls korrigieren

→ Messpunkte bestätigen

→ Analyse finalisieren

→ bestätigte Daten werden zu Trainingsmaterial

→ Modell wird neu trainiert

→ verbessertes Modell wird wieder in Smart Farrier eingesetzt


Nur bestätigte Daten dürfen ins Training

Das ist besonders wichtig für die Datenqualität.

Smart Farrier exportiert für das Training ausschließlich finalisierte Analysen.

Und auch innerhalb dieser Analysen werden unbestätigte reine KI-Vorschläge nicht einfach wieder als Wahrheit an die KI zurückgegeben.

Für das Training werden die bestätigten beziehungsweise manuell korrigierten Landmarken verwendet.

Dadurch entsteht eine sogenannte Ground Truth:

Das Modell lernt nicht von seinen eigenen ungeprüften Vorschlägen, sondern von den tatsächlich bestätigten Positionen.

Das verhindert einen gefährlichen Kreislauf, bei dem ein bestehender Fehler immer wieder auf sich selbst trainiert würde.


Unterschiedliche Modelle für unterschiedliche Ansichten

Smart Hoof Analysis behandelt Seiten-, Sohlen-, Frontal- und Röntgenansichten getrennt.

Das ist sinnvoll, weil sich Bildinhalt und relevante Messpunkte erheblich unterscheiden.

Dafür kann pro Ansicht ein eigenes KI-Modell verwendet werden:

  • lateral.onnx

  • solar.onnx

  • frontal.onnx

  • xraylm.onnx

Intern bleibt der technische Bezeichner Solar dabei bestehen, während die Benutzeroberfläche von der Sohlenansicht spricht.

Ist für eine bestimmte Ansicht noch kein trainiertes Modell vorhanden, kann Smart Farrier weiterhin mit einer heuristischen Startvorlage arbeiten.

Das bedeutet:

Die Automatisierung kann schrittweise ausgebaut werden.

Es muss nicht erst jede Ansicht perfekt trainiert sein, bevor das System nutzbar ist.


Technisch: Wie wird das Modell trainiert?

Der aktuelle Trainingsworkflow verwendet ein Keypoint-Modell auf Basis eines ResNet18-Backbones.

Die Bilder werden für das Training auf 256 × 256 Pixel gebracht und als RGB-Daten verarbeitet.

Das Modell lernt anschließend nicht Kategorien wie:

„guter Huf“
„schlechter Huf“

sondern die Koordinaten der definierten Messpunkte.

Als Ausgabe entstehen normierte X-/Y-Koordinaten für die Landmarken der jeweiligen Ansicht.

Das passt direkt zum Datenmodell von Smart Hoof Analysis.


Training pro Ansicht

Das Training wird separat für jede Ansicht durchgeführt.

Dabei werden die finalisierten Analyse-Daten exportiert und die dazugehörigen Bilder geladen.

Ein Teil der Daten wird für das eigentliche Training verwendet, ein Teil bleibt als Validierungsmenge zurück.

Im aktuellen Trainingsskript werden standardmäßig etwa 15 Prozent der Daten für die Validierung reserviert.

Dadurch kann überprüft werden, ob das Modell nicht nur seine bekannten Trainingsbilder auswendig lernt.


Wie viele Bilder werden benötigt?

Für erste technische Versuche können bereits einige Dutzend sauber beschriftete Aufnahmen hilfreich sein.

Die interne Trainingsdokumentation nennt ungefähr 30 bis 50 finalisierte Beispiele pro Ansicht als möglichen Startpunkt.

Für ein tatsächlich brauchbareres automatisches Modell sollte der Datensatz jedoch deutlich größer werden.

Als sinnvoller Richtwert werden etwa 150 bis 300 Bilder je Ansicht genannt.

Mit mehreren hundert bis über 1.000 unterschiedlichen Aufnahmen pro Ansicht kann das Modell wesentlich robuster gegenüber unterschiedlichen Pferden, Hufformen, Lichtbedingungen und Hintergründen werden.

Dabei gilt:

Datenqualität ist wichtiger als einfach nur Datenmenge.

Ein falsch gesetzter Messpunkt wird genauso gelernt wie ein richtiger.


Vielfalt ist ausdrücklich erwünscht

Das Training soll deshalb nicht ausschließlich aus perfekten Studioaufnahmen bestehen.

Langfristig sind unterschiedliche reale Bedingungen wichtig:

  • verschiedene Pferderassen,

  • verschiedene Hufformen,

  • helle und dunkle Hufe,

  • unterschiedliche Fellfarben,

  • unterschiedliche Böden,

  • verschiedene Lichtbedingungen,

  • leichte Verschmutzung,

  • verschiedene Smartphone-Kameras,

  • normale Unterschiede bei der Aufnahme.

Gleichzeitig müssen die Messpunkte fachlich korrekt bestätigt sein.

So lernt das Modell nicht nur ein einzelnes „Idealbild“, sondern reale Bedingungen aus dem Arbeitsalltag.


Automatisiertes Nachtraining

Der Trainingsprozess ist so vorbereitet, dass er später weitgehend automatisiert ablaufen kann.

Wichtig ist die Unterscheidung:

Smart Farrier verändert sein KI-Modell nicht nach jedem einzelnen Foto automatisch.

Stattdessen werden neue bestätigte Analysen gesammelt.

Periodisch kann anschließend beispielsweise ein geplanter Server-Job ausgeführt werden:

  1. neue Trainingsdaten exportieren,

  2. Bilder und Landmarken zusammenstellen,

  3. das Modell pro Ansicht neu trainieren,

  4. eine neue ONNX-Datei erzeugen,

  5. das Modell auf dem Server hinterlegen,

  6. den Smart-Farrier-Webprozess neu starten,

  7. anschließend die neue Modellversion für die Landmark-Vorschläge verwenden.

Dadurch entsteht ein kontrollierter Lernprozess.

Smart Farrier kann mit fachlich bestätigten Analysen aus der Praxis schrittweise besser werden.

Gleichzeitig bleibt nachvollziehbar, welche Modellversion bei einer Analyse verwendet wurde.


Was passiert mit alten Analysen?

Eine wichtige Grundlage von Smart Hoof Analysis ist die Nachvollziehbarkeit.

Zu Analysen können unter anderem gespeichert werden:

  • Rohbild,

  • Ansicht,

  • Kalibrierungsinformationen,

  • erkannte Referenzmarker,

  • Pixel-pro-Millimeter-Wert,

  • Homographie,

  • Messpunkte,

  • Quelle des Messpunkts,

  • Confidence,

  • Algorithmusversion,

  • KI-Modellversion.

Damit lässt sich später nachvollziehen, unter welchen technischen Voraussetzungen eine Analyse entstanden ist.

Ein neues KI-Modell verändert also nicht einfach stillschweigend bereits gespeicherte historische Analysen.


Ziel: Verlauf statt Einzelaufnahme

Der eigentliche Nutzen von Smart Hoof Analysis entsteht nicht nur aus einer einzelnen Vermessung.

Spannend wird die Funktion vor allem über die Zeit.

Analysen können einem Pferd, einem bestimmten Huf und einer Phase zugeordnet werden.

Beispielsweise:

  • Vorher

  • Nachher

  • Kontrolle

Dadurch lassen sich Veränderungen dokumentieren und später vergleichen.

Das System ist darauf ausgelegt, Messwerte und Fotos über mehrere Bearbeitungszyklen hinweg nachvollziehbar zu speichern.

So kann aus einer einzelnen Hufaufnahme langfristig ein dokumentierter Verlauf entstehen.


Web und App arbeiten auf derselben Grundlage

Das neue Design und die zentralen Fachfunktionen sollen nicht auseinanderlaufen.

Die Web-Anwendung und die App greifen deshalb auf gemeinsame Smart-Farrier-Strukturen und Fachlogik zurück.

In der Android-/MAUI-App kommt zusätzlich die lokale SQLite-Datenhaltung mit Offline-Synchronisation zum Einsatz.

Relevante Daten können lokal zwischengespeichert werden. Änderungen werden nach Wiederherstellung der Verbindung mit dem Server synchronisiert.

Gerade im Stall oder unterwegs, wo eine stabile Internetverbindung nicht immer selbstverständlich ist, bleibt die mobile Anwendung dadurch weiterhin nutzbar.

Serverabhängige Funktionen – beispielsweise bestimmte KI-, PDF- oder zentrale Analyseprozesse – benötigen naturgemäß wieder eine Verbindung zum Smart-Farrier-Server.


Smart Farrier 4.8.0 – weniger suchen, schneller verstehen

Version 4.8.0 verfolgt damit an mehreren Stellen dasselbe Ziel.

Das Dashboard soll nicht möglichst viele Informationen gleichzeitig zeigen, sondern die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt.

Der Belastungsindex soll nicht bewerten, wie produktiv jemand arbeitet, sondern frühzeitig sichtbar machen, wenn ein Arbeitstag ungünstig geplant wird.

Optionale Module wie Rechnungen, offene Posten oder Finanzstatistik sollen dort unterstützen, wo sie tatsächlich genutzt werden – ohne anderen Bearbeitern unnötige Informationen aufzuzwingen.

Und Smart Hoof Analysis soll keine fachliche Entscheidung ersetzen, sondern Messungen reproduzierbarer machen und den Nutzer bei der Dokumentation unterstützen.

Besonders die Kombination aus:

  • standardisierten Aufnahmen,

  • automatischer SF-HOOF-01-Kalibrierung,

  • echter metrischer Vermessung,

  • bestätigten Landmarken,

  • Verlauf und Vergleich,

  • sowie einem kontrollierten KI-Trainingskreislauf

legt die Grundlage dafür, Smart Hoof Analysis mit zunehmender Datenmenge immer weiter zu verbessern.

Dabei bleibt ein Prinzip bestehen:

Die Software unterstützt die fachliche Arbeit – sie ersetzt sie nicht.

Smart Farrier 4.8.0 wird damit übersichtlicher, strukturierter und technisch deutlich leistungsfähiger – im Büro am PC genauso wie unterwegs beim Pferd.

Viel Erfolg mit Version 4.8.0 – und wie immer ist Feedback ausdrücklich willkommen.

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