Fesselträgerschaden

Veröffentlicht am 27.02.2026 Uhr


Fesselträgerschaden – Wenn das Fundament versagt

Ein Kommentar aus Sicht des Huftechnikers/Schmiedes

Der Fesselträgerschaden ist eine der häufigsten, aber am meisten unterschätzten Verletzungen beim Pferd. Viele behandeln nur die Symptome – mit Spritzen, Stoßwelle und Reha. Aber kaum jemand schaut dorthin, wo die Ursache oft liegt: am Huf.

Der Fesselträger ist eine Sehne, die das Bein stabilisiert – und sie reagiert empfindlich auf falsche Belastung. Und genau das sehe ich in der Praxis ständig: Pferde mit Fesselträgerschäden, die jahrelang falsch bearbeitet oder unpassend beschlagen wurden.

Typische Beispiele:

  • Ein Pferd mit Senkfessel läuft mit zu flachen Trachten.
  • Ein schiefer Stand wird ignoriert.
  • Barhuf auf Kosten der Funktion – z. B. mit untergeschobenen Trachten.

Diese Fehler summieren sich – und irgendwann ist die Sehne überlastet. Das ist nicht „plötzlich passiert“, sondern oft das Ergebnis mechanischer Dauerüberlastung.


Praxisbeispiel

Pferd: Wallach, 12 Jahre, Dressur L
Befund: Anriss Fesselträger vorne rechts
Hufstatus: Zehe zu lang, Trachte untergeschoben, keine mediale Korrektur, barhuf
Kommentar der Besitzerin: „Er lief eigentlich gut, bis es plötzlich kam.“

Fakt: Das kam nicht plötzlich – das war absehbar.


Was viele nicht hören wollen

Fesselträgerschäden sind oft hausgemacht.
Nicht durch einen Ausrutscher auf der Koppel – sondern durch jahrelanges Übersehen, Ignorieren oder Schönreden.
Reiterfehler, Haltungsdefizite und Beschlagsversäumnisse summieren sich.

Als Huftechniker sehe ich genau, wenn ein Pferd dauerhaft mechanisch überlastet wird. Ich kann keine Wunder vollbringen – aber ich kann frühzeitig sagen: So geht das nicht gut.


Was sich ändern muss

  • Ehrlichere Beurteilung von Hufstellungen
  • Bessere Zusammenarbeit zwischen Tierärzten und Huftechnikern/Schmieden
  • Weniger Wegschauen, mehr biomechanisches Verständnis
  • Mehr Prävention statt Nachsorge

Fazit

Fesselträgerschäden sind selten Zufall.
Sie sind oft hausgemacht. Und sie kündigen sich lange vorher an – sichtbar am Huf, spürbar im Gangbild.

Wer sein Pferd wirklich gesund erhalten will, muss bereit sein, hinzuschauen – und zu handeln.


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